Warum die Schweiz keine amtlichen Benzinpreise hat
Veröffentlicht am 2026-09-14
Deutschland hat die Markttransparenzstelle, Österreich den Spritpreisrechner, Italien den Osservatorio prezzi, Slowenien goriva.si, Dänemark seit 2026 eine gesetzliche Veröffentlichungspflicht. Die Schweiz hat: nichts davon. Und das ist kein Versehen.
Eine bewusste Entscheidung
Ein staatlicher Treibstoff-Preisvergleich wurde 2023 im Parlament abgelehnt; seither liegt keine neue Initiative auf dem Tisch. Es gibt damit keine Pflicht für Tankstellen, ihre Preise irgendwohin zu melden.
Das Preisschild an der Einfahrt ist juristisch der ganze Transparenzmechanismus. Wer vergleichen will, muss hinfahren — oder sich auf andere verlassen.
Was es stattdessen gibt
Es existieren Crowdsourcing-Angebote, etwa das Preisradar des TCS, aber ohne offene Schnittstelle. Kommerzielle Datenanbieter gibt es auch — ihre Lizenzen sind für eine kostenlose App schlicht nicht tragbar.
Bleibt die Möglichkeit, die Daten dort zu holen, wo sie ohnehin offen liegen: die Tankstellen selbst stehen in OpenStreetMap, mitsamt Marke und oft auch den angebotenen Treibstoffen. Den Preis muss jemand beisteuern.
Deshalb ist die Schweiz ein Community-Markt
In Refil ist die Schweiz bewusst als Community-Markt gekennzeichnet. Das Kartenbild kommt aus OpenStreetMap (© OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL), die Preise aus Meldungen von Fahrerinnen und Fahrern.
Damit ein Tippfehler nicht eine ganze Region verzerrt, wird jede Meldung gegen den Median der letzten 30 Tage im selben Land und Treibstoff geprüft, sobald genügend Meldungen vorliegen. Die ersten Meldungen einer Region lassen sich nicht prüfen und werden angenommen — das steht dann auch so da.
Was das für dich heisst
Du siehst in der Schweiz weniger Preise als in Deutschland, aber du siehst, woher jeder kommt und wie alt er ist. Kein erfundener Durchschnitt, keine «geschätzte» Zahl.
Und du kannst das ändern: eine Meldung dauert zwei Tipps. In einem Land ohne amtliche Quelle ist das der einzige Weg, wie die Karte in deiner Region brauchbar wird.
Häufige Fragen
Wird es in der Schweiz eine amtliche Preisdatenbank geben?
Derzeit deutet nichts darauf hin. Der entsprechende Vorstoss wurde 2023 im Parlament abgelehnt, und 2026 liegt keine neue Initiative vor.
Warum nutzt Refil nicht einfach das TCS-Preisradar?
Weil es keine offene Schnittstelle dafür gibt. Fremde Angebote automatisiert abzugreifen ist weder erlaubt noch stabil — deshalb bauen wir stattdessen auf offene Daten und eigene Meldungen.
Was bedeutet «© OpenStreetMap-Mitwirkende»?
Die Tankstellenstandorte stammen aus OpenStreetMap und stehen unter der ODbL-Lizenz, die eine Namensnennung verlangt. Deshalb steht die Attribution in der App und auf dieser Seite.
Sieh, was gerade wo bezahlt wird
Refil zeigt dir die Tankstellen in deiner Nähe und die Preise, die andere Fahrerinnen und Fahrer gemeldet haben. Lade sie kostenlos im App Store.