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Diesel teurer als Benzin: Was hinter der Preislücke in Deutschland steckt

Veröffentlicht am 2026-09-21

Während der Ölpreis nachgibt, bleibt Diesel in Deutschland das teuerste Produkt an der Säule – und der Abstand zwischen der günstigsten und der teuersten Tankstelle ist heute größer als jeder Steuervorteil. Am 21. September 2026 liegen dazwischen rund 24 Cent pro Liter.

Diesel vorn, Benzin hinterher: die Zahlen von heute

Nach unseren Refil-Daten für Deutschland vom 21. September 2026 kostet Diesel im Schnitt 2,499 €/L, mit 2,339 €/L an der günstigsten und 2,579 €/L an der teuersten Station. Super E10 liegt im Mittel bei 2,329 €/L (günstigste 2,188 €/L, teuerste 2,429 €/L), Super E5 bei 2,384 €/L (2,238 €/L bis 2,479 €/L).

Bemerkenswert ist nicht nur, dass Diesel oberhalb der Benzinsorten liegt – historisch war es in Deutschland lange umgekehrt, obwohl die Energiesteuer auf Diesel niedriger ist. Bemerkenswert ist die Spanne: 0,240 €/L bei Diesel, 0,241 €/L bei E10 und E5. Auf einen 50-Liter-Tank sind das 12,00 Euro beim Diesel und 12,05 Euro bei Benzin – Geld, das ausschließlich von der Wahl der Zapfsäule abhängt, nicht vom Weltmarkt.

In Medienberichten war zuletzt von Dieselpreisen bis 2,53 Euro die Rede, teils mit Blick auf die 3-Euro-Marke. Solche Werte sind Ausschläge an einzelnen Stationen und Tagen – unser Tageshöchstwert liegt bei 2,579 €/L. Wer sich an der oberen Hälfte der Preisskala orientiert, zahlt diese Schlagzeilen faktisch mit.

Warum Diesel dem fallenden Ölpreis besonders zäh folgt

Der ADAC weist darauf hin, dass sinkende Ölnotierungen nur langsam an der Zapfsäule ankommen. Bei Diesel wirken in Deutschland zusätzliche Faktoren: Raffineriekapazitäten und Wartungen, die Neuordnung der Importströme nach dem Wegfall russischer Mengen und die Logistik. Ein großer Teil der Versorgung im Süden und Westen läuft über den Rhein – niedrige Pegel oder Engpässe bei Binnenschiffen verteuern die regionale Zufuhr, unabhängig vom Brent-Kurs.

Dazu kommt, dass Diesel und Heizöl aus derselben Produktfamilie stammen. Wenn zum Herbst hin Heizölbestellungen anziehen, konkurrieren beide um dieselben Mengen – Berichte über gleichzeitig steigende Diesel- und Heizölpreise trotz fallender Ölnotierungen passen in dieses Bild.

Politisch wird der Vorwurf laut, die Bundesregierung stehe der Entwicklung untätig gegenüber; von „Abzocke“ ist die Rede. Für den Alltag bleibt die nüchterne Mechanik: Der Rohölpreis wirkt mit ein bis zwei Wochen Verzögerung, Steuern und CO2-Bepreisung sind fix, und der Rest ist Marge – lokal, tageszeitabhängig und daher beeinflussbar. Ob der Trend in den kommenden Tagen nachgibt, lässt sich nicht garantieren; der Druck aus dem schwächeren Ölmarkt ist aber vorhanden.

Was diese Woche konkret zu tun ist

Für Dieselfahrer ist die Rechnung diese Woche klar: Nicht auf einen schnellen Durchschlag des billigeren Öls warten, sondern die Spanne nutzen. Wer statt im oberen Bereich (2,579 €/L) an der günstigsten Station (2,339 €/L) tankt, spart bei 50 Litern 12,00 Euro – mehr, als eine spürbare Ölpreisbewegung in derselben Woche typischerweise bringt.

Praktisch heißt das: Tank nicht bis zum letzten Rest leeren, sondern am frühen Abend – der in Deutschland üblicherweise günstigeren Tagesphase – gezielt eine Station im unteren Preisdrittel anfahren. Mit Refil lässt sich die günstigste Tankstelle in der Umgebung auf der Karte finden und ein Teil der Aufschläge so abfedern.

Benzinfahrer sollten zusätzlich prüfen, ob ihr Fahrzeug E10 verträgt: Der Abstand zwischen E10-Mittel (2,329 €/L) und E5-Mittel (2,384 €/L) liegt bei rund 5,5 Cent je Liter – zusammen mit der Tagesspanne von 0,241 €/L die zweite Stellschraube, die heute ohne Umweg wirkt.

Preise je Kraftstoff heute
KraftstoffGünstigsterTeuersterErsparnis/L
Super E102,188 €/L2,469 €/L0,281 €/L
Super E52,248 €/L2,529 €/L0,281 €/L
Diesel2,339 €/L2,599 €/L0,260 €/L

FAQ

Warum ist Diesel heute teurer als Benzin, obwohl die Steuer niedriger ist?

Die Energiesteuer ist bei Diesel niedriger, der Produktmarkt aber angespannter: Raffinerie- und Importlage, Herbstnachfrage nach Heizöl aus derselben Produktfamilie sowie Logistik über den Rhein schlagen auf den Einkaufspreis durch. Am 21.09.2026 liegt Diesel im Schnitt bei 2,499 €/L, E10 bei 2,329 €/L.

Wenn Öl billiger wird, sinken die Spritpreise dann bald?

Der Rohölpreis wirkt üblicherweise mit ein bis zwei Wochen Verzögerung und trifft auf feste Steueranteile plus lokale Margen. Es besteht also Abwärtsdruck, eine Garantie für sinkende Preise ist das nicht – kurzfristig bringt die Stationswahl mehr.

Wie viel lässt sich heute allein durch die Wahl der Tankstelle sparen?

Die Spanne liegt bei 0,240 €/L bei Diesel und 0,241 €/L bei Super E10 und E5. Auf 50 Liter sind das 12,00 Euro beziehungsweise 12,05 Euro – nachprüfbar in den öffentlichen Preisdaten auf refil.app.

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