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Ölprognosen nach oben, Preisspanne bleibt: Was heute in Deutschland an der Säule zählt

Veröffentlicht am 2026-09-28

Während Goldman Sachs seine Ölpreisprognose deutlich anhebt und der ADAC kritisiert, dass gesunkene Notierungen nur langsam ankommen, entscheidet für Autofahrer in Deutschland heute etwas viel Handfesteres: welche Tankstelle sie ansteuern. Die Spanne beträgt am 28. September 2026 rund 23 Cent pro Liter.

Die Zahlen von heute: 11,55 € Unterschied pro Tankfüllung

Unsere öffentlich einsehbaren Daten für Deutschland zeigen am 28. September 2026 folgendes Bild: Super E10 kostet an der günstigsten Station 2,178 €/L, an der teuersten 2,409 €/L, im Mittel 2,294 €/L. Das sind 0,231 €/L Unterschied – bei einem 50-Liter-Tank also 11,55 €, die allein von der Wahl der Zapfsäule abhängen.

Bei Super E5 reicht die Spanne von 2,239 €/L bis 2,469 €/L (Mittel 2,354 €/L), beim Diesel von 2,329 €/L bis 2,559 €/L (Mittel 2,448 €/L). In beiden Fällen liegen 0,230 €/L zwischen billig und teuer, also je 11,50 € pro Tankfüllung. Bemerkenswert ist, wie gleichmäßig diese Spanne über alle drei Sorten liegt: Sie ist kein Zufallsprodukt einzelner Ausreißer, sondern Ausdruck sehr unterschiedlicher Margen an den Standorten.

Wer heute Diesel zum Mittelwert tankt, zahlt rund 6 Cent pro Liter mehr als nötig – und knapp 11 Cent mehr, wenn er beim oberen Ende landet. Das ist mehr, als kurzfristige Rohölbewegungen in derselben Woche typischerweise an der Säule bewirken.

Warum Ölnachrichten erst mit Verzögerung ankommen

Die aktuellen Schlagzeilen wirken widersprüchlich: Auf der einen Seite berichtet der ADAC, dass ein deutlich gesunkener Ölpreis nur langsam bei den Autofahrern ankommt; auf der anderen Seite ziehen die Notierungen plötzlich wieder an, Diesel und Heizöl werden teurer, und Analysten heben ihre Prognosen an. Von „Abzocke“ zu sprechen, ist dabei zu einfach.

Der Grund für die Trägheit liegt in der Struktur: Die Kette zwischen Rohöl und Zapfsäule läuft über Raffineriemargen, Logistik und den Handel – und braucht typischerweise ein bis zwei Wochen. In Deutschland kommen Besonderheiten hinzu: die Abhängigkeit vom Rheinpegel für die Binnenschifffahrt, der Wegfall russischer Mengen und regionale Raffineriekapazitäten. Dazu Energiesteuer, CO2-Komponente und Mehrwertsteuer, die einen großen Teil des Literpreises fix machen. Die Linke kritisiert dabei die Untätigkeit der Bundesregierung, andere verweisen auf frühere Instrumente wie den Tankrabatt, der selbst als Preistreiber diskutiert wurde.

Für die kommenden Tage heißt das: Es besteht eher Aufwärtsdruck als Entlastung, aber niemand kann seriös einen festen Preis für nächste Woche nennen. Sicher ist nur die heutige Spanne – und die ist beeinflussbar.

Konkret für diese Woche

Wenn Sie in den nächsten Tagen Diesel brauchen, verschieben Sie die Tankfüllung nicht in der Hoffnung auf sinkende Preise – bei steigenden Prognosen und dem üblichen Zeitverzug ist Warten kein verlässlicher Hebel. Tanken Sie stattdessen möglichst voll, und zwar an einer Station im unteren Drittel der Spanne: Zwischen 2,329 €/L und 2,559 €/L liegen 11,50 € pro 50-Liter-Tank. Mit Refil sehen Sie die günstigste Station in Ihrer Umgebung direkt auf der Karte und dämpfen so einen Teil der Aufwärtsbewegung.

Zweiter Punkt: Prüfen Sie bei Benzinern, ob Ihr Fahrzeug E10 verträgt. Der Mittelwert liegt bei E10 mit 2,294 €/L um 6 Cent unter E5 (2,354 €/L) – über eine Tankfüllung sind das rund 3 €, zusätzlich zur Standortersparnis.

Preise je Kraftstoff heute
KraftstoffGünstigsterTeuersterErsparnis/L
Super E102,178 €/L2,409 €/L0,231 €/L
Super E52,239 €/L2,469 €/L0,230 €/L
Diesel2,329 €/L2,559 €/L0,230 €/L

FAQ

Wie viel kann ich heute in Deutschland durch die Wahl der Tankstelle sparen?

Am 28. September 2026 liegen bei Super E10 0,231 €/L zwischen der günstigsten (2,178 €/L) und der teuersten Station (2,409 €/L) – rund 11,55 € pro 50-Liter-Tank. Bei E5 und Diesel beträgt die Spanne jeweils 0,230 €/L, also je etwa 11,50 €.

Warum sinken die Spritpreise nicht sofort, wenn der Ölpreis fällt?

Zwischen Rohölnotierung und Zapfsäule liegen Raffinerie, Logistik und Handel; üblich ist ein Zeitverzug von ein bis zwei Wochen. Hinzu kommen in Deutschland feste Steueranteile, Rheinpegel und Raffineriekapazitäten, die Bewegungen abfedern oder verzögern.

Soll ich mit dem Tanken warten, bis es billiger wird?

Angesichts wieder steigender Notierungen und angehobener Prognosen ist Warten kein verlässlicher Hebel. Planbar ist dagegen die heutige Preisspanne: Wer am unteren Ende tankt, spart pro Tankfüllung mehr, als kurzfristige Ölbewegungen in derselben Woche bringen.

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