Wie weiß Refil, ob die Spritpreise morgen steigen?
Veröffentlicht am 2026-10-07
Refil rät nicht: Für Deutschland stützt sich die Prognose auf das, was schon feststeht (Steuern, auslaufende Entlastungen), auf den Rohölpreis und auf einen Detektor, der zu festen Uhrzeiten prüft, ob der Bundesdurchschnitt bereits steigt. Ein statistisches Wochenmodell, trainiert mit 21 Jahren EU-Ölbulletin, gibt es auch – aber für Deutschland verschickt Refil daraus bewusst keine Warnung, weil es hier nachweislich zu oft danebenliegt.
Was schon feststeht: Kalender, Nachrichten, Rohöl
Die heftigsten Preissprünge macht selten der Markt: Es sind Steuern, auslaufende Entlastungen oder Rabatte mit einem amtlich veröffentlichten Datum. Refil trägt sie in einen Kalender ein und bereitet die Warnung Tage vorher vor, immer vormittags, damit du noch Zeit zum Tanken hast.
Täglich liest ein automatischer Klassifikator die Schlagzeilen der deutschen Wirtschaftspresse und behält nur, was zwei Bedingungen erfüllt: Es betrifft den Preis an der Zapfsäule, und es hat ein konkretes Datum. Marktkommentare ohne Datum zählen nicht, und nichts davon wird verschickt, ohne dass ein Mensch es geprüft hat.
Das dritte Element ist Rohöl. Brent braucht ein bis zwei Wochen bis zur Zapfsäule; bewegt es sich in vier bis sieben Tagen um 8 % oder mehr, kündigt diese Rampe an, was kommt. Ein einzelner Ausreißer, der am nächsten Tag wieder verschwindet, wird verworfen.
Der Detektor: dieselbe Uhrzeit heute wie gestern
Deutsche Spritpreise ändern sich mehrmals am Tag, und genau daran ist die erste Version des Detektors gescheitert. Sie verglich den Preis am Vormittag mit dem Schlusskurs des Vortags und hielt das tägliche Auf und Ab für einen Anstieg: Warnungen zwischen 12 und 15 Uhr UTC lagen nur zu 42 % richtig.
Heute macht der Detektor zwei Aufnahmen zu festen Uhrzeiten, um 10 und um 18 Uhr, und vergleicht jede mit derselben Uhrzeit am Vortag. Auf vergleichbaren Preisen hätte dieselbe Regel im selben Zeitraum in Deutschland 15 von 15 Warnungen getroffen, statt 21 von 45 in der alten Fassung.
Das Wochenmodell – und warum es für Deutschland schweigt
Für andere Länder beantwortet Refil eine zweite Frage: Steigt der Preis bis nächsten Montag um mindestens einen Cent pro Liter? Das Modell antwortet mit einer Wahrscheinlichkeit. Es lernt, wie der Preis vor Steuern den Großhandelskosten für Benzin und Diesel, dem Brent und dem Euro-Dollar-Kurs folgt, auf Basis des wöchentlichen Ölbulletins der EU-Kommission seit 2005.
Ausgewählt wurde es, ohne 2024 bis 2026 anzusehen: Diese Jahre blieben für eine einzige Abschlussprüfung reserviert. Darin stieg der Preis über alle Märkte hinweg in 84 % der 152 Warnungen mit mindestens 70 % tatsächlich um einen Cent oder mehr.
Deutschland ist die Ausnahme. Hier folgt der Preis den Kosten von Woche zu Woche nicht geordnet genug: Im historischen Test stiegen die Preise nach Warnungen mit mindestens 70 % nur in 39 % der Fälle, in der Abschlussprüfung traf es 1 von 4. Deshalb verschickt Refil für Deutschland keine Push-Warnung aus dem Wochenmodell.
Was die Prognose nicht verspricht
Sie arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten. Sie nennt keine exakten Cent-Beträge, und auch eine gute Quote heißt, dass manche Warnung danebenliegt. In Krisen bricht der Zusammenhang zwischen Kosten und Zapfsäule: 2022 lagen die »sicheren« Warnungen der ersten Modellversion über alle Märkte nur zu 57 % richtig.
Die Bilanz ist öffentlich. Die Seite »Steigen die Spritpreise morgen?« gleicht jede Warnung Tage später mit dem tatsächlichen Bundesdurchschnitt ab; als Treffer zählt nur eine Bewegung von mindestens einem Cent pro Liter in die angekündigte Richtung, und eine Ebene zeigt erst ab 30 ausgewerteten Warnungen eine Quote.
Und eine Prognose ersetzt nicht den Preisvergleich: Was du zahlst, entscheidet vor allem, wo du tankst. Die Preise dafür kommen in Echtzeit von der Markttransparenzstelle.
FAQ
Kann Refil sagen, um wie viel der Spritpreis steigt?
Nein. Refil schätzt Wahrscheinlichkeiten und prüft, ob der Durchschnitt bereits steigt. Hat eine Erhöhung ein amtliches Datum, etwa eine Steueränderung, kann die Warnung konkreter sein.
Warum gibt es für Deutschland keine Wochenprognose per Push?
Weil das Modell in Deutschland nachweislich zu oft danebenlag: Nach Warnungen mit mindestens 70 % stiegen die Preise historisch nur in 39 % der Fälle. Eine Warnung, die öfter falsch als richtig ist, hilft niemandem.
Warum vergleicht der Detektor feste Uhrzeiten?
Weil sich der Preis in Deutschland mehrmals am Tag ändert. Wer den Vormittag mit dem Vorabend vergleicht, verwechselt das tägliche Auf und Ab mit einem echten Anstieg.
Muss ich für die Prognose bezahlen?
Nein. Die Seite »Steigen die Spritpreise morgen?« und ihre Trefferbilanz sind offen, und in der App sieht jeder kostenlos, was nach jeder Warnung passiert ist. Refil Pro enthält die Warnung im Voraus.
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